Meine Erfahrung mit "Billigtextern"

Ich muss zugeben: Die Zusammenarbeit mit Billigtextern ist auf den ersten Blick extrem verlockend.

1,5 Cent? - Pro Wort???

Das ist wirklich zu schön um wahr zu sein...

Und genauso ist es leider auch. In diesem Artikel möchte ich meine Erfahrungen mit Billigtextern mit dir teilen. 

Meine Zusammenarbeit mit Billigtextern

Ich habe zu Beginn meiner Selbstständigkeit einmal probiert, mit Billigtextern zusammenzuarbeiten.

Warum?

Die Preise waren einfach zu verlockend und es wäre eine echte Erleichterung gewesen, günstige Unterstützung zu erhalten - dachte ich zumindest.

Es ging damals um einen Kundenauftrag, der mehr als 50.000 Wörter umfasste. Die Vorgaben waren klar: 1000 Wörter pro Seite, eine hohe Keyworddichte und eine möglichst schnelle Fertigstellung.

Ich dachte mir in diesem Moment (wortwörtlich) "GEIL". Als unerfahrene Texterin so einen großen Auftrag zu ergattern, war echtes Glück.

Doch als ich hörte, dass der Kunde die Texte möglichst schnell braucht, fühlte ich mich unter Druck gesetzt. Klar, ich wollte alles tun, um diese Anforderung so gut wie möglich zu erfüllen.

Als ich anfing, die Texte zu schreiben, merkte ich, dass ich das Auftragsvolumen unmöglich bis zur gesetzten Deadline fertigstellen kann.

Meine Lösung: Ich engagiere zwei Freiberufler, die mich beim Texten unterstützen.

So landete ich schnell wieder auf der Jobbörse, auf der ich den Auftrag ergattert habe. Denn ich wusste genau: Hier bieten Texter ihr "Können" zu Spottpreisen an. Meine Vorstellung war, dass ich die Texte outsource und lediglich einige Fehlerchen korrigieren muss.

Rasch bekam ich eine Menge Bewerbungen auf meine Ausschreibung, denn mein Wortpreis lag - trotz Outsourcing - immer noch über dem Durchschnittspreis.

Unter den Bewerbungen war wirklich alles dabei: Schüler, Studenten, promovierte Germanisten und Content Marketer mit eigener Website.

Besonders Akademiker und professionell auftretende Texter haben mich überzeugt: Ich gab einen Teil des Auftrages ab...

Wie können einige "Texter" ernsthaft denken, sie wären Texter?

So. Nun hatte ich einen Teil des Auftrags abgegeben und konnte mich wieder auf's Schreiben konzentrieren.

Natürlich hatte ich auch mit den beauftragten "Textern" eine Deadline vereinbart, sodass ich genügend Zeit für das Lektorat einplanen konnte. Schließlich wollte ich meinen Auftraggeber begeistern.

Der erste Text kam pünktlich. Das freute mich. Doch als ich den Anhang der Mail öffnete und die ersten Zeilen las, traf mich der Schlag.

Hatte ich nicht ein detailliertes Briefing mit einer genauen Keyword-Anzahl verfasst? Wurden nicht erstklassige Grammatikkenntnisse versprochen?

Rechtschreibfehler, Keywordspamming, falsche Überschriften und eine Menge unpassender Füllwörter sind nur einige der Mängel, die ich hier nennen möchte...es war einfach grausam.

Wie können sich diese Menschen als Texter bezeichnen?

Sowas kann und will ich keinem Auftraggeber antun. Es führt zu nichts - außer das potentielle Kunden direkt von einem unprofessionellen Auftreten abgeschreckt werden und sofort das Weite suchen. 

Weiter ging es. Viele der Texte kamen zu spät und Ausreden á la "mein Hund hat meine Hausaufgaben gefressen" gaben mir den Rest. 

In der hätte ich es nicht schlimm gefunden, wenn ein Text etwas zu spät kommt. Aber kann man dann nicht Bescheid geben?
Somit war auch die Kommunikation - wie das Resultat der Arbeit - einfach nur schlecht.

Mehr Arbeit statt Mehrwert

Statt meine Arbeit zu erleichtern, erschwerte es mir die Zusammenarbeit mit Billigtextern meinen Auftrag fristgerecht fertigzustellen.

Auch wenn ich drei bis fünf aneinandergereihte Wörter verwenden konnte - ich musste die Texte regelrecht Neuschreiben.

Durch Überstunden, Kopfschmerzen und taube Fingerspitzen habe ich es dennoch geschafft meinen Kunden zufriedenzustellen.

Fakt: Nicht jeder kann texten

Ich will ehrlich sein (das ist mir wichtig).

Auch wenn ich extrem unterirdische Erfahrungen mit Billigtextern gemacht habe, möchte ich anmerken, dass ich auch von positiven Erfahrungen gehört habe.

Doch da dieses Szenario leider extrem selten der Fall ist, rate ich jedem Betreiber oder Mitarbeiter eines Web-Projektes davon ab, diesen Weg zu gehen.

Das Schlimmste an der Sache war für mich, die grottenschlechten Texte abzulehnen. "Dann sind die Texter bestimmt traurig".

Sorry, aber als Texterin biete ich dir auch nicht an, deine neue Modekollektion zu schneidern - ich kann es einfach nicht und es würde ausschließlich Müll dabei rauskommen.

Dennoch kam es zum Höhepunkt: Ein Texter wollte nicht einsehen, dass diese Art von Content keinem weiterhilft, sondern Kunden verschreckt und Abstrafungen von Google nach sich zieht. Ich bekam Mahnungen - und sogar Drohungen!

Fazit - einmal und nie wieder!

Zum Thema Billigtexter kann ich nur Eines sagen: Einmal und nie wieder!

Und auch wenn der Preis einladend klingt, ist es exakt wie bei meinen Leistungen beschreiben:

"Ein Cocktail für 1,50 Euro klingt vorerst verlockend. Trotzdem ist dir bewusst, dass die Kopfschmerzen am nächsten Tag vorprogrammiert sind".

Und genauso ist es mit Billigtexten.

Finger Weg! Das bringt dir auf lange Sicht absolut gar nichts!

Online Marketing

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Carrie

Sehr einseitig geschrieben! Ja, es gibt Texter, die auch um 1,5 Cent Qualität abliefern, zumindest im gewissen Rahmen. Aber so kommt man halt auch zu Kunden, in dem man andere schlecht macht und quasi eine ganze Nation an Textern in eine Schublade steckt. NAMASTE und mögen Ihnen die Aufträge zufliegen, die zu Ihnen passen.

Antworten
    Marie

    Hallo Carrie,
    danke für dein Kommentar. Es geht in diesem Artikel absolut nicht darum, andere Texter schlecht zu machen. Ich möchte lediglich auf meine Erfahrungen eingehen und diese mit meinen Kunden und anderen freiberuflichen Textern teilen.

    Wie erwähnt, gibt es natürlich Ausnahmen. Ich stecke niemanden in eine Schublade. Wer jedoch als “Vollzeit-Profitexter” tätig ist, Techniken und viel Erfahrung mitbringt, wird mich verstehen =)
    Zudem sind meine Preise, im Vergleich mit meinen Kolleginnen und Kollegen, ebenfalls günstig.

    Herzliche Grüße und viel Erfolg mit deinem Blog,
    Marie

    Antworten
Flo

Ich sehe das ähnlich wie Marie. Gute Texte kosten Geld. Und wer seine Produkte, Dienstleistungen etc. professionell vermarkten will, braucht gute Texte. Ich sehe immer wieder den Qualitätsunterschied und finde es seltsam, etwas mit minderwertigen Texten vermarken zu wollen. Das passt einfach nicht zusammen und ist unseriös.

Lg,

Flo

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